Vera Chimscholli ihr sein TextBlog

Nass war’s, lustig war’s

Posted in Alltag, Leben, Missgeschicke, W wie Vera, Welt, Wie? by Vera Chimscholli on Mittwoch, Mai 14, 2008

Während Daheimgebliebene das wohl schönste, weil sonnigste Pfingstfest der letzten Jahre verbrachten, planschte ich durch Barcelona.

Angesichts dieser Meldung mag es wie Hohn klingen, doch ich habe die vergangenen Tage damit verbracht, Kleidung auf spanischen Heizungen zu trocknen und vermittels Fön einer Schwimmhautbildung zwischen den Fingern vorzubeugen. Auch für meine Beinmuskulatur werde ich sicherlich einiges Positive getan haben, schließlich stärkt nach vorn gebeugtes, gegen peitschenden Sturmregen trotzendes Laufen die Oberschenkel enorm.

Obwohl ich mir auch lieber einen Sonnenbrand als einen Koffer klammer Kleidung geholt hätte, muss ich sagen: Schön war es. Trotzdem. Viel gesehen, aber vor allem eine Szene mitbekommen, die bei Sonne so nie geschehen wäre.

Auf meiner Flucht vor waagerecht fallendem Regen gelangte ich irgendwann in ein Schuhgeschäft; auf die Vorsehung kann ich mich eben immer verlassen. Zeitgleich mit mir betrat eine andere Deutsche den Laden. Dass sie eine Landsfrau war, verriet mir ihr unendlich scheinender Fundus an Schimpfwörtern, aus dem sie beim Versuch ihren Regenschirm zu schließen, reichlich schöpfte.

Während mein Blick träge über die unendlich große Auswahl in den Regalen streifte, hatte sie bereits mehrere Paar Schuhe gefunden und steuerte damit eine nahe gelegene kleine Bank an. Sie stellte die Kartons auf den einen Teil der Bank, setzte sich auf den anderen, legte den nassen Regenschirm auf den Boden und wollte gerade mit dem Anprobieren beginnen, als eine Verkäuferin zu ihr kam.

Diese reichte ihr eine kleine Plastiktüte, sagte etwas auf Spanisch und zog sich alsdann dezent zurück. Nachdem die Touristin das Tütchen entfaltet hatte, bemühte sie sich, dieses über ihren Fuß zu ziehen; ähnlich einer Anprobesocke. Daraufhin löste sich die Verkäuferin aus ihrer Warteposition und ging lachend auf die Kundin aus Deutschland zu. Gestikulierend und prustend zugleich führte sie das Tütchen seiner eigentlichen Bestimmung zu; mit einigen schnellen Handgriffen zog sie es über den klitschnassen Regenschirm, damit dieser nicht weiter den Parkettboden des Geschäftes durchnässte.

Bis dann dann
Eure Vera Chimscholli

7 Antworten

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  1. Ninifaye said, on Mittwoch, Mai 14, 2008 at 16:12

    Klimawandel my ass…dachte ich mir neulich auch in Spanien.
    Aber solang der Wein schneller fließt als der Regen…

  2. Vera Chimscholli said, on Mittwoch, Mai 14, 2008 at 16:29

    Oh, ja, das tat er. Musste schließlich dafür sorgen, dass innen und außen identisches Feuchtigkeitsniveau herrschte. Osmose, sie verstehen?!

  3. ramses101 said, on Donnerstag, Mai 15, 2008 at 16:56

    Und ich fahr diesen Sommer noch nach England. Besser über Malaria-Impfung nachdenken.

  4. ramses101 said, on Donnerstag, Mai 15, 2008 at 16:56

    Und warum twittern Sie eigentlich nicht?

  5. Vera Chimscholli said, on Donnerstag, Mai 15, 2008 at 17:13

    Warum ich nicht mitschnattere? Ehrliche Antwort? Ich bin vom Konzept noch nicht überzeugt. Will denn wirklich jeder meine Gedankensplitter um die Ohren geworfen haben? Vielleicht komme ich ja noch auf den Geschmack. Ich schau es mir nochmal genauer an.

    Was nun den Sommer in England angeht, der ist in der Tat besser als sein verregneter Ruf. Habe mir vor Jahren während eines zweiwöchigen Aufenthalts in London den schlimmsten Sonnenbrand meines Lebens geholt. Insofern könnten Sie gut daran tun, das gesamte Prophylaxeprogramm abzuspulen, denn in Kombination mit Feuchtigkeit gedeihen auf der Insel inzwischen die seltsamsten Lebensformen.

  6. ramses101 said, on Montag, Mai 19, 2008 at 09:30

    Der Witz bei Twitter ist ja, dass es völlig sinnbefreit ist.

  7. Motiv Kohldampf « Vera Chimscholli ihr sein TextBlog said, on Donnerstag, Juli 24, 2008 at 13:15

    […] W wie Vera, Welt by Vera Chimscholli am Juli 24th, 2008 Beim Durchsehen der Photos vom letzten Barcelona-Aufenthalt beschlich mich das eigenartige Gefühl, dass ich wohl permanent Hunger gehabt haben […]


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