Vera Chimscholli ihr sein TextBlog

Tag der Deutschen

Posted in Leben, W wie Vera by Vera Chimscholli on Donnerstag, Oktober 4, 2007

Anlässlich eines einzelnen freien Tages mitten in der Woche wollte sich das rechte Frohlocket-Gefühl nicht einstellen.

Zu nah schien der Wecker des nächsten Morgens, mit seinem unbarmherzigen Trottruf. Doch da es auch für mich durchaus anders hätte ausgehen können, beschloss ich, das zu genießen, was mir geschenkt wurde und machte meinen Feiertagsplan.

Dabei bin ich immer versucht, meinem Ideal möglichst nahe zu kommen. Es sieht in etwa so aus: Bad & Buch, Reden & Rotwein, Decke & DVD. Eine buchstäbliche Vereinigung von Dingen und Tätigkeiten, die einfach zusammen gehören. In genau dieser alphabetischen Reihenfolge. Da braucht es keine Farbe mehr, keinen Lack, kein Blattgold, das ist einfach nur perfekt.
Also stellte ich in der Nacht vom 2. auf den 3. den Wecker aus und mich auf Faulenzen ein.

Der Tag meldete sich wider allen Gepflogenheiten der letzten Wochen mit Sonnenschein bei mir und das entsprechend früh. Ein Bonus also; na gut, dann her damit. Die Balkontür geöffnet und raus.

Doch was war das? Alle Nachbarn schienen auf ein geheimes, für mich nicht hörbares Signal hin ihre Häuser verlassen zu haben. Und einer hatte mehr zu tun als der andere. Da wurden Garagen entrümpelt, Sträucher und Bäume bis zur Unkenntlichkeit beschnitten, Terrassen gekärchert und Gartenmöbel eingemottet.

Nur ich stand untätig da. Blickte starr und verwundert in die Gegend und zog mich langsam wieder in meine Wohnung zurück, um ja niemanden durch meinen Müßiggang zu stören; an diesem Tag der deutschen Reinheit.

Bis dann dann
Eure Vera Chimscholli

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9 Antworten

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  1. eigenart said, on Donnerstag, Oktober 4, 2007 at 10:45

    Öhm ja, da darf ich dann wohl gar nicht erst erzählen, dass ich doch frei hatte…

    Das Ersatzprogramm bestand tatsächlich aus Bad & Buch, Reden & Rotwein, Decke & DVD – na gut, das Buch war der Fernseher, den ich ins Bad gehievt habe, die DVD war einfach ein Film (was allerdings gar nicht so einfach war – auf den meisten Sendern war schließlich die Hölle – auf dem Highway… UND ÜBERALL DIESER REYNOLDS!!!), das Reden bezog sich lediglich auf eine Pflanze, die bis gestern unter starkem Blattlausbefall zu leiden hatte… ja, aber der Rotwein war Rotwein – Spätburgunder von Fritz Kohl.

  2. verachimscholli said, on Donnerstag, Oktober 4, 2007 at 11:12

    Nein, Sie durften jetzt eigentlich nicht erzählen, dass Sie doch frei hatten. Nun weiß ich, dass ich Sie umsonst bedauert habe, menno.
    Statt Reynolds hätten Sie natürlich auch die Fantas auf MTV schauen/hören können.

  3. eigenart said, on Donnerstag, Oktober 4, 2007 at 11:43

    Da war ich schon beinahe eingeschlafen. Dabei wollte ich eigentlich zum 112. Mal „Bang Boom Bang“ schauen. Als ich sogar diesem Film schon nicht mehr folgen konnte, zappte ich etwas planlos zwischen dem MTV-CocaCola-Dings, einer DMAX-Tätowiersendung und der Werder-Champions-League-Begegnung hin und her. Nichts davon habe ich allerdings bis zum Ende durchgehalten…

    Werde den Wein wohl umetikettieren auf: „Früh-ins-Bett-Burgunder“.

  4. verachimscholli said, on Donnerstag, Oktober 4, 2007 at 12:07

    Von dem hätte ich gestern wohl besser auch ein paar Gläser trinken sollen. Dann wäre die Wahrscheinlichkeit höher gewesen, das Werder-Spiel zu verpassen.

  5. eigenart said, on Donnerstag, Oktober 4, 2007 at 12:45

    Um Himmels Willen… die haben das noch verloren?!?!

    Und ich gehe ins Bett und denke: „So, jetzt ham die da fertig tätowiert, die Fantas haben ‚Le Smou‘ und ‚Was geht?‘ gespielt und Werder führt in der 70. mit 1:0… Is dann gut für heut…“

  6. verachimscholli said, on Donnerstag, Oktober 4, 2007 at 13:03

    Und wie die das haben. Und nur, weil ich unbedingt auf „Tag am Meer warten wollte“, habe ich das ganze Elend beim Zappen mit ansehen müssen.

  7. Ninifaye said, on Donnerstag, Oktober 4, 2007 at 13:25

    Wie? War frei?
    Ooch nö…
    Warum sagt mir das denn keiner?

  8. eigenart said, on Donnerstag, Oktober 4, 2007 at 14:47

    Ha, endlich jemand, den wir bedauern können!

    Sie tun mir sehrsehrsehr leid – echt jetz!

  9. verachimscholli said, on Donnerstag, Oktober 4, 2007 at 15:13

    @ nini
    Wenn Sie’s erst hinterher erfahren, ist es ja nur halb so wild. Stellen Sie sich vor, Sie hätten vorher gewusst, es ist frei und Sie können nicht hingehen.

    @eigenart
    Sie können ja Ihre Tüte Mitleid weiterschenken, die Sie neulich zu Unrecht eingeheimst haben.


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