Vera Chimscholli ihr sein TextBlog

Was man schwarz auf weiß besitzt

Posted in Arbeitsweisen, Kreativität, W wie Vera, Werbung, Wie? by Vera Chimscholli on Mittwoch, Mai 30, 2007

Es ist einmal mehr so weit. Da habe ich für ein neues Thema viele Internetseiten gesichtet, exzerpiert und mit Hilfe von ScrapBook archiviert, doch die eigentliche Arbeit, das intensive Durcharbeiten der Inhalte, erfolgt nicht vor dem Bildschirm.

Ausgeschlossen. Das habe ich bereits mehrfach versucht und bin wiederholt daran gescheitert.

Um etwas begreifen zu können, müssen meine Hände im Spiel sein, so oder so. Obwohl der Rechner nicht nur mein Arbeitsplatz, sondern mehr und mehr zum Dreh- und Angelpunkt meines Lebens geworden ist, eignet sich sein Bildschirm in meinen Augen nur sehr bedingt zum intensiven Lesen, Fehlerlesen oder gar Korrigieren von Texten.

Texte muss ich vor mir haben. Direkt, unmittelbar, damit ich mit dem Bleistift Hand an sie legen kann.

Die Folge ist natürlich ein großer Papierverbrauch. Deshalb füttere ich meinen Drucker inzwischen nur noch mit Recycling-Papier, welches selbstverständlich beidseitig bedruckt werden darf. So beruhige ich mein schlechtes Gewissen ein wenig. Und bereits beidseitig bedruckte Blätter dienen immerhin noch dem Notieren von Headline-Ideen. Denn auch da ist es so, dass vor dem Digitalisieren das gute alte Graphit auf dem Papier gezeigt haben muss, ob der Gedanke etwas wert ist.

Nur hier im Blog ticken die Uhren anders. Hier wird geschrieben und nicht mehr groß geändert. Vermutlich habe ich auch deshalb mit dem Bloggen angefangen, um mir ein neues Schreibverhalten anzugewöhnen. Wirkung gezeigt hat es bislang aber noch nicht sonderlich. Im echten Leben brauche ich immer noch das haptische Erlebnis.

So hat eben jeder seine Macken beim Schreiben. Und Ihr?

Bis dann dann
Eure Vera Chimscholli

12 Antworten

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  1. ramses101 said, on Mittwoch, Mai 30, 2007 at 16:03

    Geht mir genau so. Deshalb hab ich auch zwei Schreibtische. Einen zum Schreiben und einen zum tippen. Am Rechner korrekturlesen geht einfach nicht.

  2. verachimscholli said, on Mittwoch, Mai 30, 2007 at 16:28

    Der zweite Schreibtisch ist natürlich etwas ganz Feines. Dazu habe ich es noch nicht gebracht, oder mir fehlt dazu hier der Platz.
    Bevor ich zum Lesen komme, muss ich deshalb zunächst stets die Unordnung um mich herum beseitigen; denn das ist auch so ein Tick: vernünftiges Lesen funktioniert nur, wenn nichts drumherum ablenkt.

  3. ramses101 said, on Mittwoch, Mai 30, 2007 at 16:50

    Das hat in meinem Fall nix mit dazu gebracht haben zu tun. Sondern lediglich mit akuter Praktikantenlosigkeit.

  4. verachimscholli said, on Mittwoch, Mai 30, 2007 at 16:52

    Auch ein Weg, um zu viel Korrekturlesen herum zu kommen

  5. leonope said, on Mittwoch, Mai 30, 2007 at 17:19

    Kann dem nur vollinhaltlich zustimmen. Muss auch was in den Händen halten. Allein schon um das Papier zu „spüren“. Ich arbeite zwar den ganzen Tag am Computer, aber wenn es darum geht Ideen oder „Gedankenblitze“ festzuhalten, dann muss Papier her. In jeder Form. Am liebsten alte, ausgediente Visitkarten, oder Miniblöcke, oder Moleskine … was auch immer.Ich kritzle sowieso überall was drauf. Die Hardware ist unter Papier versteckt und sogar die Tastatur des Notebooks ist mit Papier zugedeckt. Ein Leben ohne Papier wäre ein Leben ohne Ideen!🙂

  6. Ninifaye said, on Mittwoch, Mai 30, 2007 at 19:16

    Ich alte Umweltsau steh total auf Farbdruckerpapier.
    In Kombi mit dem Lieblingsfüller oder dem pinken Fineliner taugt nichts besser um zu kritzeln und abzuwägen was Gedankenmüll ist und was wert, es weiter auszutragen.

  7. eigenart said, on Mittwoch, Mai 30, 2007 at 20:53

    Und nichts macht doch schließlich mehr Spaß, als Korrekturen auf einem Ausdruck zu schreiben. Da kann man sich so wunderbar austoben, dass es eine Freude ist.

    „Was du damit sagen willst, bleibt wohl für immer dein Geheimnis…“

    Wenn ich mein eigener Vorgesetzter wäre, hätte ich mir schon vor geraumer Zeit mal mit einer Eisenstange auf dem Parkplatz vorm Haus aufgelauert…

  8. eigenart said, on Mittwoch, Mai 30, 2007 at 20:53

    Wenigstens habe ich den Kommentar auch nicht fehlerfrei hinbekommen…

  9. Ninifaye said, on Donnerstag, Mai 31, 2007 at 09:23

    HAH!

  10. verachimscholli said, on Donnerstag, Mai 31, 2007 at 10:01

    @leonope

    Auf alte Visitenkarten? Dann aber wahrscheinlich doch auf die eigenen alten, nicht auf die anderer?

    @Ninifaye

    Ahh, ich weiß, was Sie meinen. Farbdruckerpapier à la Color Copy (es gibt natürlich auch noch jede Menge weitere) ist ein echter Traum zum Schreiben. Ein schöneres Schriftbild ist mit dem Füller kaum hinzubekommen. Dieses lautlose Gleiten der Stahlfeder über die plane Oberfläche erinnert an Rollerskaten auf einer Flugzeuglandebahn. Oh, ich schwelge und schweife ab.

    @eigenart

    Manchmal genügen auch ein kleines an den Rand gemaltes Fragezeichen oder ein Blitz. Dann müssen die Anbefohlenen erst einmal dahinter kommen, dass etwas kryptisch ist. Und wenn Sie in dieser Zeit die Gesichter beobachten … toll.

    Das mit der Eisenstange kann ich mir vorstellen. Deren Umfang wächst womöglich von Monat zu Monat. Oder die stehen irgendwann Schlange, um alle das Gleiche zu tun. Und der Parkplatzwächter am Eingang ermahnt permanent in die Runde »Bitte jeder nur eine Stange.«

  11. leonope said, on Donnerstag, Mai 31, 2007 at 11:18

    @vera…na klar auf die eigenen! Etwas Anstand hab ich schon noch behalten🙂 Andererseits ist es recht witzig. Man „beschreibt“ sich somit selbt. Hmm…

  12. Duesenschrieb said, on Samstag, September 1, 2007 at 17:07

    Bleistift rules! ;-)))


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