Vera Chimscholli ihr sein TextBlog

War was?

Posted in W wie Vera, Wie?, Wirres by Vera Chimscholli on Montag, Januar 8, 2007

»Auch endlich da?«, brüllt mein Rechner mich an, obwohl ich seinen Powerknopf noch gar nicht gedrückt habe. »Nette Begrüßung«, denke ich und presse meinen Zeigefinger auf diesen ominösen Schalter, der ihn mit Ökostrom versorgt. Da verstummt er. Seltsames Gerät, nach wie vor. Einige Dinge ändern sich also nicht. Andere schon.
Manche sogar recht gewaltig. An die Sieben hinter den zwei Nullen muss ich nach wie vor krampfhaft denken, wenn ich ein Datum auf ein Blatt Papier schreibe. Ein perfektes Jahr für einen neuen Bond – eigentlich, wenn der nicht schon im letzten Jahr als Blond-Bond in die Kinos gekommen wäre. Aber das ist lange her. Beinahe so lange wie dieses Fest der Liebe mit seinen Besinnlich- und Köstlichkeiten, wie natürlich auch den wundervollen Schmökereigeschenken von wohlmeinenden Naheständlern. Zwei davon machten mich wundern. Zum einen eine Lebenshilfe für Schreibtischmessies und zum anderen das Tagebuch dieses beleibten Düsseldorfers. Die Titel der beiden Bücher scheinen mein Mantra ‚07 zu sein: „Wie ich die Dinge geregelt kriege“ und „Ich bin dann mal weg“.
Inzwischen habe ich sie beide gelesen und bin insgesamt doch recht angenehm überrascht. Hätte sie mein Lesehunger doch bereits vor jener Sylvesterparty verschlungen. Dann wäre mein Weg klar gewesen. So lieh ich an jenem Abend viel zu lange dem falschen Herrn mein Ohr.
Nichts gegen eine gute Lebensgeschichte zum Kennenlernen. Doch manche Storys gehören für mich einfach auf die no-go-Liste. Wahrscheinlich ist es mein Fehler, wenn ich sie vorher nicht jedem in die Hand drücke. Und so trifft mich allein die Schuld, dass ich diesem Halbmann fast die komplette letzte Tageshälfte von 2006 zugehört habe. Was treibt diese Männer eigentlich dazu, jeder flüchtigen Bekanntschaft direkt am ersten Abend von ihrer erfolgreich durchgeführten Vasektomie zu berichten? Soll das eine Art Harmlosigkeitsausweis sein, der nur kräftig genug geschwenkt werden muss, um Einlass zu finden? Oder glaubt man, dadurch kleine Fähnchen aufzustellen, die sagen „Spiel ruhig mit mir. Ich schieße nur mit Platzpatronen.“? „Hallloooo. Ich rede mit Dir, nicht mit Deinem Kasper.“ Naja, irgendwann war auch bei mir die Luft raus und ich schlummerte allein in die ersten Stunden meines Urlaubs 2007, der schließlich mit Lesen fortgesetzt wurde und heute am Rechner endete. Wie spät ist es jetzt? 22:10 h. Same procedure. Ein gutes Neues Euch allen.
Bis dann dann
Eure Vera Chimscholli

2 Antworten

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  1. eigenart said, on Dienstag, Januar 9, 2007 at 10:16

    Na da möchte ich mich Ihrem Rechner mal anschließen… ich setze allerdings noch ein „Na“ davor.

    Was haben nur alle mit dieser Vasektomie, dass sie einem damit auf den [denken Sie sich hier den passenden Kalauer] ?!?! Kann da auch ein Liedchen von singen .

    Allerdings klingt das bei Ihnen eher wie eine sehr langatmige und dennoch unzulässige Argumentation, nicht zu verhüten.

  2. verachimscholli said, on Dienstag, Januar 9, 2007 at 11:33

    Sie machen sich aber früh im Jahr Freunde, lieber Herr eigenart. Langatmig? Unzulässig?😉
    Mir geht es um das schier endlose Rechtfertigungsgelaber dieser Durchschnittsmänner [der müsste doch etwas für Sie sein]. Als ob die ganze Seele an der Funktionalität des Zipfels hinge. Dabei war’s doch nur ein „Schnipp“. Mehr nicht. Gute Entscheidung, tapfer durchgestanden, fertig. Neues Thema.


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