Vera Chimscholli ihr sein TextBlog

Einen Satz nur.

Posted in Werbung by Vera Chimscholli on Montag, August 14, 2006

Nachdem ich am Wochenende mehrfach in der Stadt unterwegs war und beinahe an jeder Straßenecke über die Motive der neuen BILD-Kampagne gestolpert bin, wollte ich mich eigentlich hinsetzen und einen Satz darüber schreiben, wie daneben ich es finde, wenn ein Blatt, dessen oberste Maxime die Verzerrung von Realität ist, mit der Line „Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht“ und Persönlichkeiten der Geschichte wie Gandhi, Galilei, Martin Luther King, die ihr Leben für ihre „Wahrheiten“ ließen, wirbt und so leider wieder bei Kritikern und Befürwortern gleichermaßen im Gespräch bleibt, obwohl diese Kampagne zudem noch sehr an die wesentlich stärkere Apple-Kampagne „think different“ erinnert, was vermutlich die Juroren des ADC auch im folgenden Jahr nicht daran hindern wird, das Blatt und alle, die an seinem Trog sich nähren, mit einer Auszeichnung bauchzupinseln. 2006 erhielt BILD einen silbernen Nagel in der Kategorie Text für die Line „Wir sind Papst“.
Und jetzt sind’s doch zwei Sätze geworden.
Bis dann dann
Eure Vera Chimscholli

2 Antworten

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  1. Walter Friedkin said, on Montag, August 14, 2006 at 15:33

    >>und so leider wieder bei Kritikern und Befürwortern gleichermaßen im Gespräch bleibt

    Das hat ja schon beinahe psychoanalysekritische Dimensionen, liebe Vera, wie Ihre Kritik den Punkt trifft und Sie noch im gleichen Satz der Kampagne aufsitzen und sie auch noch Unbeleckten wir mir offenlegen. Im Taumel wurden Sie in den Maelstrom hineingerissen. Schweigen Sie lieber und lassen Sie Ihre Synapsen sich nicht auf diesen elenden Diskurs einschießen.

  2. Walter Friedkin said, on Dienstag, August 15, 2006 at 06:48

    Um Missverständnissen vorzubeugen, liebe Vera, die psychoanalysekritischen Dimensionen bezogen sich auf die Streitkultur der Psychoanalytiker. Kaum, dass man ein böses Wort gegen sie äußert, ereifern sie sich schon mit „Verdrängung etc.“ Indem man also die Psychoanalyse kritisiert, festigt man ihren Standpunkt. Und weil man innerhalb dieses Systems nicht vernünftig argumentieren und also auch nicht kritisieren kann, ist es fast noch besser zu schweigen, um das Feuer nicht noch anzuheizen.


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