Vera Chimscholli ihr sein TextBlog

pee for food

Posted in Wie? by Vera Chimscholli on Mittwoch, August 9, 2006

Wahrscheinlich ist es für die meisten eine absolute Selbstverständlichkeit, aber ich war heute Morgen überrascht, als ich in den Toilettenräumen einer Autobahnraststätte dieses Bild vorfand.
tankrast.jpg
Sanifair nennt sich jenes System, das seine Besucher zunächst einmal durch schwere Drehkreuze und Automaten am Betreten des stillen Örtchens hindert. Erleichterung erfährt nur, wer 50 Cent zahlt, erläutert die mehrsprachige Anleitung am Automaten. Als Gepeinigte zückte ich meine Börse und zahlte wie geheißen den geforderten Obolus. Zur großen Überraschung meiner überfüllten Blase gab es nicht den Sesam-öffne-Dich-Effekt, sondern ein Ticket wie im Schwimmbad, das sich mir aus einem Schlitz entgegenstreckte. Also: Ticket genommen**Drehkreuz überrundet**saubere Keramik gefunden** und dann tief geseufzt. Während die Muskeln ganz entspannt waren, fand ich Zeit zum Lesen. Dieses Ticket war ein Gutschein; meine 50 Cent also nicht verloren und vergebens für Natürlichstes verschleudert. Vielmehr konnte man den Gutschein im Restaurantbetrieb der Raststätte eine Etage höher einlösen. Zur doppelten Erleichterung kam nun Argwohn. Raffinierte Methode Impulskäufe zu generieren. Natürlich gab es im gesamten Laden nicht einen Artikel für 50 Cent. Jedes Softeis ist teurer. Ich hab’ mich für einen Kaffee entschieden und gleichzeitig tierisch geärgert, dass eine Raststätte 200 km weiter dank Sanifair auch wieder was daran verdienen wird.
Bis dann dann
Eure Vera Chimscholli

3 Antworten

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  1. Walter Friedkin said, on Mittwoch, August 9, 2006 at 19:47

    Liebe Vera,

    auf ewige Zeiten bin ich Ihnen dankbar, dass Sie sich an der Selbstbedienungstheke nicht für Ćevapčići entschieden. Nun, für solche Drehkreuz- und In-Ruhe-Entspannungs-Ideen sollte man ja fast danken. Vor kurzer Zeit hat mich eine Reise nach Osteuropa verschlagen, wo man erst den Roten Abenteuerschein und ein dreimonatiges Visum vorlegen musste, bevor man die Örtchen im geiz-spartanischen Bauhaus-Stil aufsuchen drufte. Trotzdem vergieße ich auch eine Träne vergieße für die Damen, die mich mit vorwurfsvollen Blick beim Verlassen der Lokalität auf das immer fast leere Untertellerchen Meißner Porzellans aufmerksam machten. Gerüchte wurden an mein Ohr getragen, diese Hüterinnen der Forderung nach gewaschenen Händen nach Vollzug des Naturdranges seien Teile einer autobahnnetzweiten kriminellen Vereinigung und menschenverachtenderweise nur Stellvertreter für so genannte Kot-Luden. Im übrigen sehe ich überhaupt einen Trend zum Verzicht auf das menschliche Element. Erst neulich habe ich mit Unwillen festgestellt, dass ich mich in meinem lokalen Warenhaus jetzt selbst abkassieren soll. Die Antwort auf eine wichtige Frage haben Sie mir vorenthalten: Gab es auch Geldwechselautomaten? Im übrigen möchte ich Ihnen meine Bewunderung darüber mitteilen, dass auch an abseitigen Orten eine Kamera wahrscheinlicher digitaler Provenienz dabeihaben.

    Mit hurtigen Grüßen verbleibt Ihr
    Walter Friedkin

  2. verachimscholli said, on Donnerstag, August 10, 2006 at 10:16

    @ Walter

    Sie, mein lieber Walter, haben als Vertreter des männlichen Geschlechtes immerhin noch das unverschämte Glück, durchs Abschlagen am Lindenbaum für Erleichterung sorgen und den modernen Zeiten die Stirn zeigen zu können. Abgesehen davon, wie ich persönlich dazu stehe, wenn Männer dabei stehen, halte ich dies in Not(durft)situationen für einen klaren Vorteil.
    Ihre Frage zum Geldwechselautomaten kann ich dahingehend beantworten, dass dieser bereits in den eigentlichen Durchlassautomaten integriert war. Also viel Geld rein, weniger zurück und dann nach vorn.
    Bevor Sie mich mit fremden Federn schmücken, muss ich abschließend noch mitteilen, dass das Bild nicht von mir aufgenommen wurde, sondern direkt von der verlinkten Sanifair-Seite stammt. Haben Sie sich das etwa nicht angeschaut?
    Es grüßt Sie herzlich
    Ihre Vera Chimscholli

  3. der|die|das TextBlog » Experiment gelungen. said, on Freitag, August 11, 2006 at 13:19

    […] Neugierde ist wohl eine der stärksten unserer Triebfedern. Sie lässt uns in Romanzen purzeln, von denen die Ratio bereits zwanzigmal abgeraten hat. Ihr verdanken Kinder Liebesperlen in den Nasenlöchern und wir alle Dinge wie Röntgenaufnahmen oder post-it. der|die|das TextBlog verdankt ihr die bislang höchste Besucherzahl seit Bestehen. Und das kam so: Ich wollte einfach wissen, wie groß die Anziehung von Schlüpfrigem selbst in Blogs auf die Masse wirkt und wählte für einen meiner letzten Einträge einen entsprechenden Titel. Ergebnis: Die Zahl der Klicks schnellte in bis dahin nicht gekannte Höhen. Nun freue ich mich wirklich über jeden, der meine Seite besucht und wiederkommt. Aber nicht um jeden Preis. Deshalb: Nach diesem erfolgreich durchgeführten Experiment schließe ich mein Moleskine-Büchlein über die Psyche der Bloguser und mache weiter wie bisher. (Nur manchmal, vielleicht, wenn mich der Hafer sticht und ich mal wieder den großen Statistikausschlag sehen möchte, wähle ich eventuell, nach endlosem Abwägen, einen Titel, der vermuten lässt, es könne sich um etwas jenseits des Bauchnabeläquators handeln. Bin halt neugierig, bis wohin die Kurve noch steigen könnte.) Bis dann dann Eure Vera Chimscholli […]


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