Vera Chimscholli ihr sein TextBlog

Wish you were still here

Posted in Abschied, Musik by Vera Chimscholli on Dienstag, September 16, 2008

Richard Wright (* 28. Juli 1943; † 15. September 2008)

Mir ist heut so morbid

Posted in Abschied, Kurioses, Leben, Welt, Wie? by Vera Chimscholli on Dienstag, September 9, 2008

Und am Jüngsten Tag jubiliert die Ostkurve, “Ersteht wieder auf, wenn Ihr Hamburger seid.”

Bis dann dann
Eure Vera Chimscholli

no more “in a world”

Posted in Abschied, Film, Klassiker, Kult, Medien by Vera Chimscholli on Dienstag, September 9, 2008

Don LaFontaine (* 26. August 1940; † 01.September 2008)

via

Schatten der Vergangenheit

Posted in Abschied, Leben, W wie Vera by Vera Chimscholli on Donnerstag, April 17, 2008

Wer wie ich in einer Kleinstadt aufgewachsen ist, kennt vielleicht diese Gemengelage aus Geborgenheit und Großer-Bruder-Gefühl; bei aller Behaglichkeit eines überschaubaren Umfeldes treibt diese Nähe eben auch seltsame Blüten. Jeder weiß was über dich, oder behauptet es zumindest, weil er mit jemandem bekannt ist, der mal gehört hat, dass … Am Ende dieser stille-Post-Kette entsteht dabei ein Bild, das höchstselten etwas mit der tatsächlichen Person gemein hat.
Gleichzeitig rückt das Leben aber auch näher an dich heran. Oma erzählt was, Eltern erzählen was, du selbst weißt etwas über andere und das, was sie erlebt haben oder ihnen widerfahren ist. Und du kennst sie natürlich irgendwie alle, über die da erzählt wird, da du ihnen täglich begegnest.

Geschieht in diesem Mikrokosmos ein Verbrechen, betrifft es jeden. So war es auch vor 20 Jahren. Da verschwand ein Mädchen. Auf dem Weg von einer Kneipe zum Elternhaus verlor sich ihre Spur; eine Strecke von vielleicht gerade mal 900 Metern. Keine Hinweise, kein Abschiedsbrief, kein Stress im Elternhaus oder mit dem Freund. Auch in ihrem gerade begonnenen Studium lief alles problemlos. Nicht der geringste Anhaltspunkt dafür, dass sie womöglich den Entschluss gefasst haben könnte, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben.

Auf diese kleinstädtische Weise kannte ich sie; wir waren auf die gleiche Schule gegangen, jedoch in unterschiedliche Klassen, sahen uns von Zeit zu Zeit in den gleichen Läden und unterhielten uns dann und wann über Belanglosigkeiten. Ihre Mutter arbeitete als Sekretärin im Vorzimmer des Schuldirektors und bei Freundeskreisen gab es auch einige Überschneidungen. Genau genommen kannte ich sie also nicht.

Durch die Geschehnisse jedoch wurde sie zu einem Teil meines Lebens in der Kleinstadt. Bekannte wurden von der Polizei vernommen, zwei gerieten unter Verdacht, mit dem Verschwinden des Mädchens etwas zu tun zu haben; diese Verdächtigungen erwiesen sich jedoch als falsch. Fernsehteams rückten an und versuchten mit Hilfe von Zeugenaussagen den Abend des Verschwindens nachzustellen. Aktenzeichen XY bat bundesweit um Mithilfe und Hinweise. An jedem Baum, jeder Laterne und in jedem Geschäft hingen DIN A4 Blätter mit einem schwarz/weiß Photo darauf und der Überschrift VERMISST. Die Polizei durchsuchte Wälder, Gewässer und ließ sogar Gräber öffnen.
Es verging kein Tag, an dem man nicht mit irgendjemanden über all das sprach. Und mit jedem dieser ergebnislos verstreichenden Tage, wurden die Spekulationen lauter. Von Mädchenhändlerring war die Rede oder es wurde gemutmaßt, sie sei einfach abgehauen.

Drei Wochen nach dem Tag des Verschwindens stellte die Polizei die offiziellen Ermittlungen ein. Es gab keine ausreichenden Anhaltspunkte für eine Fortsetzung. In den darauf folgenden Jahren griffen die Lokalzeitungen den Fall immer wieder auf, wenn sich das Datum jährte. Neue Hinweise brachte das nicht. Sie blieb verschwunden.

Vor einigen Wochen rief ich meine Eltern in meinem Heimatort an. Obwohl mein Lebensmittelpunkt längst woanders liegt, interessiert mich das Geschehen in der kleinen Stadt nach wie vor. Meine Mutter erzählte, dass es im Fall des verschwundenen Mädchens einen neuen Hinweis gäbe. In einem anonymen Brief sei detailliert beschreiben worden, wo die Leiche zu finden sei.

Geosonaruntersuchungen und Spürhunde verifizierten die Angaben. In einer alten Villa, die zu der Zeit, als das Mädchen verschwand, renoviert wurde, vermutet man nun ihre Überreste im neu gegossenen Betonfundament.
Die Villa liegt mitten im Zentrum der Stadt, auf halber Strecke zwischen der Kneipe und dem Haus des Mädchens. Hunderte Male bin ich dort entlang gegangen oder habe auf der kleinen Mauer am Fuße der Villa gesessen. Und sie war auch dort. 20 Jahre lang. Ich werde sie nie vergessen, obwohl ich sie eigentlich nicht kannte.

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